Kleiner Job-Knigge für den Start ins Berufsleben

Gute Umgangsformen sind kein bisschen out.

Sie helfen, sich im neuen Arbeitsalltag sicher zu bewegen.

Wie Auszubildende die ersten Tage im Job souverän meistern und die größten Peinlichkeiten umschiffen.

 

 

Begrüßung

„Moin allerseits!“. Dieser Spruch kommt vielleicht in der Schule gut an, gegenüber dem Ausbilder oder Vorgesetzten wirkt das allerdings flapsig.

Stellen Sie sich mit einem höflichen „Guten Tag, ich bin Tom Meier, der neue Auszubildende in der Abteilung“ vor und begrüßen Sie so auch die anderen Mitarbeiter.

Denn: Genau sieben Sekunden brauchen die Kollegen, um sich ein Urteil über einen Neuling zu bilden –

eine zweite Chance für einen guten ersten Eindruck gibt es nicht!

 

Und mit „Mahlzeit“ kann man heute nicht mehr punkten. Besser ist es „Guten Morgen, Tag, Abend“ (je nach der Tageszeit) zu sagen.

Wenn es in der Kanzlei bzw. im Büro üblich ist, reicht auch ein einfaches „hallo“.

Es gilt: Wer den anderen zuerst sieht, grüßt.

 

Noch ein Extra-Tipp:

Hat der Angesprochene einen Doppelnamen, sprechen Sie ihn immer in voller Länge aus. Dies entfällt, wenn Ihnen der Namensträger eine Kurzvariante angeboten hat. Auch akademische Titel gehören zur korrekten „Ansprache“.

 

 

 

 

Kleidung & Anderes

Jeans oder Anzug?

Das ist je nach Branche unterschiedlich, in einer kreativen Werbeagentur sind Turnschuhe sicher okay, in der Kanzlei dagegen unangebracht.

Am besten ist es, man orientiert sich erst mal an den anderen Mitarbeitern.

 

Faustregel: lieber etwas dezenter auftreten.

Mädchen sollten kein tiefes Dekolleté zeigen, keine zu kurzen Röcke tragen und auch kein zu knalliges Make-up auflegen.

Weniger ist oft mehr“ gilt auch für Schmuck und Piercings.

 

Galt es früher noch als höflich, den Damen aus dem Mantel zu helfen, so bieten mittlerweile auch Frauen den Männern ihre Hilfe bei der Garderobe an. Um persönliche Gegenstände wie Laptop- oder Handtaschen kümmert sich aber jeder selbst .

 

 

 

Schlaumachen

Informieren Sie sich schon vorher über den Ausbildungsbetrieb, etwa über Geschäfts- oder Tätigkeitsfelder oder die Firmenphilosophie. So sind Sie vom ersten Tag an im Bilde. Infos gibt es meistens auf der Website.

 

 

 

 

Pünktlichkeit

Der Bus hatte einen Motorschaden, der Handy-Akku war leer – sparen Sie sich solche Ausreden und erscheinen Sie lieber pünktlich. Denn Pünktlichkeit steht für Zuverlässigkeit und ist eine Pflichtaufgabe. Tipp: vorher testen, wie lange die Fahrt in die Firma dauert und dann einen Zeitpuffer einplanen.

 

Und was den Feierabend anbetrifft – pochen Sie nicht gleich auf Ihre Arbeitszeiten, wenn Sie mal fünf Minuten länger im Büro sitzen.

 

 

 

 

Handy

Mal eben eine SMS tippen, den Akku aufladen – die private Handynutzung hat schon zu Kündigungen geführt!

Und nicht jeder findet die Dauerbeschallung mit Klingeltönen lustig. Schalten Sie das Telefon daher ab und benutzen Sie es nur in den Pausen oder im Notfall.

Erkundigen Sie sich, wie das Thema Handynutzung im Betrieb geregelt ist – aber nicht gleich am ersten Tag!

Absolutes No-Go übrigens: sich per SMS krankmelden.

 

 

 

 

Kaffeekochen

 

In den ersten Wochen stehen auch mal einfachere Arbeiten an. Fragen Sie nicht gleich überheblich nach größeren Herausforderungen oder machen Sie altkluge Verbesserungsvorschläge – für kreativen Input werden Sie noch genügend Zeit haben.

 

 

 

 

 

Notizblock

Klar sollen Azubis Fragen stellen. Aber wenn man die Kollegen zum x-ten Mal mit denselben Anliegen löchert, kann das irgendwann nerven.

Deshalb:

Stift und Notizblockeinstecken und immer fleißig mitschreiben.

Gerade in den ersten Tagen und Wochen erfährt man viel Neues. So kann man später immer schnell nachschlagen, wie man welche Aufgabe erledigen muss oder wo man was findet.

 

   

 

Höflichkeit

Wer höflich ist und anderen mit Respekt begegnet, wird auch von den Kollegen schnell als wertvoller Mitarbeiter respektiert.

 

Eine Form der Wertschätzung ist der Blickkontakt zum Gegenüber. Die Hand in der Hosentasche wirkt sonst ausgesprochen unhöflich.

Außerdem sollte man nicht die Hand über einen Tisch oder eine Theke hinweg reichen, wenn es auch anders geht.

 

Was tun, wenn Sie eine Gruppe von Menschen begrüßen wollen, die bereits sitzen? Früher erhoben sich die Männer und reichten dem Neuankömmling die Hand. Das ist aber gerade im Geschäftsleben überholt.

Nun erheben sich die Frauen ebenfalls.

(Quelle: Silke Schneider-Flaig: Der große Knigge)

 

Holen Sie nicht unaufgefordert Arbeitsmaterial oder ähnliches aus dem Schreibtisch eines Kollegen oder Mitarbeiters. Das ist nicht nur äußerst unhöflich, es kann ggf. auch ernste arbeitsrechtliche Folgen für Sie haben. 

 

 

 

 

Krankheit

Kann ja mal vorkommen,

dass der Magen rebelliert und man krank zu Hause bleiben muss.

Teilen Sie dies dem Ausbilder aber nicht erst mit, wenn Sie gegen Mittag ausgeschlafen haben und auch nicht per SMS!

Melden Sie sich zum gewöhnlichen Arbeitsbeginn bei Ihrem Vorgesetzten telefonisch krank.

Meist muss am dritten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt vorliegen.

 

Niesen: Den Stilregeln zufolge gilt es nicht mehr als korrekt, dem Kollegen "Gesundheit" zu wünschen, wenn dieser niesen muss.

Vielmehr soll sich der Niesende für sein Missgeschick entschuldigen.

(Quelle: Silke Schneider-Flaig: Der große Knigge)

 

 

 

Siezen und Duzen

Die Regeln sind klar:

Der Vorgesetzte entscheidet, nur er kann das Du anbieten.

Auf gleicher Ebene hat der Ältere gegenüber dem Jüngeren das Recht. Sprechen sich alle mit Du an, sollte man sich nicht enthalten, das kann schnell arrogant wirken.

 

Bei Anrufen oder Emails ist das Duzen des Gegenübers tabu! Man läuft sonst Gefahr, nicht ernst genommen zu werden.

  

Grüßen:

Der Ranghöhere grüßt stets den Rangniedrigeren,

der Jüngere den Älteren,

der Herr die Dame.

 

Auch die Dame ist verpflichtet, den Ranghöheren zuerst zu grüßen.

Der Ranghöhere gibt dem Rangniedrigeren zuerst die Hand.

Die Dame reicht dem Herrn die Hand,

der Ältere dem Jüngeren.

 

 

 

 

Eigeninitiative

 

Nicht jeder Tag in der Ausbildung ist von morgens bis abends durchgeplant. Gibt es mal nichts zu tun, ist das allerdings kein Grund zum Däumchen drehen. Seien Sie aktiv und fragen Sie Ihren Ausbilder oder die Kollegen, ob Sie irgendwo helfen können. Oder ob Sie kleine Aufgaben nach einiger Zeit auch mal selbst erledigen dürfen. So sammeln Sie Sympathiepunkte. Und Sie übernehmen Verantwortung für sich. Denn Sie selbst haben es in der Hand, in Ihrem Beruf erfolgreich zu sein!

 

 

 

 

Fehler

 

Sie werden in der nächsten Zeit viel Neues lernen, da bleibt es nicht aus, dass man mal was falsch macht.

Versuchen Sie auf keinen Fall, den Fehler zu vertuschen, sondern besprechen Sie das Thema in Ruhe mit dem Vorgesetzten. Beim nächsten Mal werden Sie diesem Fall dann besondere Aufmerksamkeit schenken.

 

Hier ein Tipp für den Schriftverkehr:

Wie bei Briefen verlangen E-Mails nach Seriösität. Deshalb sollte man sich die Mails vor dem Versand noch einmal genau durchlesen und auf die korrekten Adressen sowie den genauen „Verteiler“ achten.

VERTRAULICHE Mitteilungen oder Smileys haben in der Geschäfts-E-Mail nichts zu suchen.

 

 

 

 

Klatsch & Tratsch

Die neuen Kollegen lernt man am besten in der Mittagspause kennen.

Fragen Sie höflich, ob Sie sich anschließen dürfen. Halten Sie sich aber mit Äußerungen über nicht anwesende Kollegen oder gar Geschäftspartnern oder Mandanten zurück. Lästern kann schnell eine negative Eigendynamik entwickeln. Verzichten Sie beim Small Talk auch auf Klagen über Wehwehchen, Krankheiten oder Beziehungsprobleme.

Setzen Sie Ihre Energie lieber produktiv ein, anstatt mit Getratsche das Betriebsklima zu stören.

 

 

 

 

Ordnung

 

Die Ordnung oder das Chaos auf und um den Schreibtisch sagen etwas über das Gespür für Qualität und Professionalität eines Menschen aus.

 

Deshalb gilt: Eine gewisse Ordnung ist von Nöten.

 

 

 

 

 

Einstand

 

Nach bestandener Probezeit wird in den meisten Firmen und Kanzleien erwartet, dass man seinen Einstand gibt. Das ist eine nette Geste und gut für das Betriebsklima.

 

Erkundigen Sie sich bei Kollegen nach den Gepflogenheiten: Um welche Uhrzeit soll die Feier beginnen?


Muss vorher der Chef gefragt werden? (Auf alle Fälle wenn es in den Betriebsräumen stattfindet)

 

Was darf getrunken werden?

 

Tischen Sie nicht zu üppig auf, das wirkt angeberisch, seien Sie aber auch nicht knauserig.

 Nächstes Arbeitstreffen

für Duisburg

am 12. September 2017

ab 19:00 Uhr

Kartoffel-Kiste

Schweizer Straße 105

in 47058 Duisburg

 

Fortbildung in Düsseldorf

zum/zur

Kanzleimanager/in (SKT-zertifiziert)

als Blockseminar Beginn: 11.09.2017

Infos für die nächsten Schulungen

hier unter "Seminare"

Anmeldungen unter www.strassenberger.com

 

 

    

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